Notarkosten: Warum sie fairer sind, als man denkt
„Warum kostet das so viel?“ Diese Frage hören wir Notare oft. Wenn die Rechnung nach einem Hauskauf oder der Testamentserstellung im Briefkasten liegt, herrscht bei vielen Bürgern erst einmal Unklarhalt. Wir möchten mit diesem Beitrag Licht ins Dunkel bringen und erklären, warum das deutsche Notarkostensystem eines der sozialsten und sichersten der Welt ist.
Der wichtigste Grundsatz: Das Gesetz entscheidet, nicht der Notar
In Deutschland kann sich kein Notar seine Preise aussuchen. Jede Gebühr ist im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgeschrieben. Das hat für Sie drei entscheidende Vorteile:
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Gleichheit: Ein Hauskauf kostet bei jedem Notar in Deutschland exakt dasselbe. Es gibt keinen Preiswettbewerb um die Gunst der Mandanten – nur einen Wettbewerb um die beste Beratung.
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Unparteilichkeit: Da wir fest vorgegebene Sätze abrechnen, sind wir finanziell nicht daran interessiert, eine Seite zu bevorzugen oder unnötig teure Klauseln einzubauen.
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Beratung inklusive: Im Gegensatz zu Anwälten, die oft nach Zeit abrechnen, ist beim Notar die gesamte Beratung und die Erstellung von Entwürfen in der Beurkundungsgebühr bereits enthalten. Egal, wie oft Sie anrufen oder wie lange wir im Termin Details besprechen – der Preis bleibt gleich.
Das soziale Prinzip: Die Leistungsfähigkeit zählt
Das System basiert auf dem Geschäftswert. Wer ein kleines Grundstück kauft, zahlt wenig. Wer eine Millionen-Villa erwirbt, zahlt mehr. Durch diese „Quersubventionierung“ ist sichergestellt, dass sich auch Menschen mit geringem Einkommen wichtige Absicherungen wie Testamente oder Vorsorgevollmachten leisten können.
Drei konkrete Beispiele aus der Praxis (Stand 2026)
Hier sehen Sie, wie sich die Kosten in typischen Lebenssituationen zusammensetzen (Richtwerte inkl. Auslagen und 19 % MwSt.):
| Tätigkeit | Geschäftswert (Beispiel) | Geschätzte Gesamtkosten |
| Hauskaufvertrag | 300.000 € (Kaufpreis) | ca. 1.800 – 2.200 € |
| Einzeltestament | 50.000 € (Reinvermögen) | ca. 200 – 250 € |
| Vorsorgevollmacht | 100.000 € (halbes Vermögen) | ca. 330 – 380 € |
Hinweis: Beim Hauskauf fallen zusätzlich Grundbuchkosten an, die der Notar lediglich für das Amt einzieht.
Was Sie für Ihr Geld bekommen
Wenn Sie die Gebühr bezahlen, finanzieren Sie nicht nur das „Vorlesen“ eines Textes. Sie bezahlen für:
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Maximale Rechtssicherheit: Wir prüfen Grundbücher, Identitäten und verhindern unwirksame Verträge.
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Haftung: Der Notar haftet persönlich mit seinem gesamten Privatvermögen für die Richtigkeit der Beurkundung.
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Ewige Aufbewahrung: Ihre Urkunden werden für Jahrzehnte sicher verwahrt und sind jederzeit wieder auffindbar.
Transparenz-Check: Jede unserer Rechnungen wird regelmäßig durch die staatliche Dienstaufsicht (Landgerichtspräsident) geprüft. Zu viel berechnete Gebühren müssen wir zurückzahlen – zu wenig berechnete Gebühren müssen wir nachfordern.
Haben Sie Fragen zu einer konkreten Kostenschätzung?
Gerne erstellen wir Ihnen vorab eine unverbindliche Übersicht für Ihr Vorhaben. Sprechen Sie uns an!
